Größenwahn meets LU. Klar für spannenden Projekte, die nach wenigen Jahren oft scheitern, ist LU bekannt. Ist es der Drang nach Vergänglichkeit oder der Wunsch nach Kontinuität (des Scheiterns).
Aber hey. Wir wollen ja nicht nur meckern und sind dann doch überrascht, dass die Rheingalerie nach der Schließung des Elektro-Planeten-Marktes die Chance nutzt völlig neue Wege zu gehen.
So ganz überraschend ist der Weg nicht ganz, denn der Konsumtempel LOOP 5 in Weiterstadt (die Stadt mit dem gesprengten RAF-Gefängnis) beschreitet ihn bereits und das nicht ganz unerfolgreich.
Jetzt also auch in LU?
Denn ab September 2026 wird, soweit der Stadtrat bei der nächsten Stadtratssitzung der Nutzungsänderung und das Baurechtsamt der Stadt LU ihr Okay geben, in der Rheingalerie auf Entertainment gesetzt. Shoppingmall trifft Vergnügungspark.
Doch was erwartet uns ab September 2026 Neues in der Rheingalerie? Die Geschäftsflächen im Erdgeschoss öffnen sich in Richtung Rhein und so wird unter dem Food-Court künftig die Mens-Grill-Kette „Chico Loco Lounge“ aus Valencia ihre erste Deutschlandfiliale eröffnen. „Only for Members“ und stricktes Rauchgebot sind Markenzeichen dieses Unternehmens. Okay wir schauen ob es funktioniert.
Weiterhin soll ab September 2028 ein weiterer Meilenstein, der bisher einzigartig in Deutschland ist, in der Rheingalerie gesetzt werden.
Und so wird, die Familie Mack, ein Familienunternehmen aus Baden-Württemberg, die auch den Europapark in Rust betreibt, nach der kommenden Saison 2026 den Spinningcoaster (Achterbahn mit sich drehenden Wagen) EUROMIR im Europapark demontieren und für einen Wiederaufbau nördlich der Rheingalerie aufarbeiten. Dabei soll, so zeigen die Pläne der Rheingalerie, die Türme der EUROMIR in Rust verbleiben und in Ludwigshafen als Betonvariante inkl. Lifthill neu entstehen. Mit diesem Kompromiss, soll lt. Fa. Mack die Kritik am Abbau der Achterbahn mit seinem legendären Soundtrack entgegengenommen werden und Ludwigshafen die Möglichkeit geben, ein Teil der Europapark-Gäste nach LU weiterzuvermitteln.
Die Vorbereitungen sollen, nach Darstellung der Rheingalerie, bereits vorbereitend im Mai hinter den Blechrolläden des Elektro-Planeten-Marktes starten.
Die Kosten werden mit 12,5 Mio Euro angegeben. Mutig, so finden wir.
Wir sind gespannt auf die Zusammenarbeit zweier Player auf dem deutschen Markt und hoffen, dass die Pläne für Ludwigshafen erfolgreich werden.
Aber warten wir es ab.
PS:
Eine Stellungnahme aus dem Rathaus haben wir bis zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht erhalten.
