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Wallé – Der Erste räumt die Walzmühle auf.

Lange war er verschlossen, der Blick in die Schaufenster auf der eigentlich fast unschönsten Ecke der Walzmühle. Ein wenig unscheinbar zwischen der Parkhauseinfahrt zum Rummelbums-Tempel (Arbeitstitel: Walzmühle, wo auch die Musikpark- und Cinestar-Gäste ihr Fahrzeug parken) und der vielbefahrenen Rheinallee gelegen, fragen wir uns was sich vor den beklebten Schaufenstern der Glasfassade dort befunden haben mag.

STOP:
Ups, das war ja im letzten Jahr.

Denn während wir (nach den kleinen geheimen Hinweisen an den Fenstern) bereits während der Corona-Pandemie über den Namen von Wallé in der Yorkstraße 2 gestolpert sind, haben wir uns verwundert gefragt, wer hier vielleicht Ludwigshafen ein wenig aufräumt hat.


Hier ist das Ergebnis, was sich durchaus sehen lassen kann. Aus der kleinen zugigen Ecke des Walzmühlen-Rheinallee-Konstruktes wirkt die Glasfassade, welches von roten Backsteinsäulen das darüberliegende Parkhaus trägt, ein wenig zurückgesetzt und hilflos. Die einzige grün berankte (welche Farbe sollte es auch sonst sein) Backsteinsäule, ein paar kleine überdachte Sitzgruppen (Parkhaus sei Dank) und die Schilder an der Fassade lassen dann doch neugierige Menschen einen ersten mutigen Schritt vor den roten Hydranten wagen, um diese vielleicht bisher so unbedeutende Ecke Ludwigshafens zu erkunden.

Hat man diesen ersten mutigen Schritt gewagt, reicht ein neugieriger Blick durch die großen Fenster (besser noch durch die Tür). Groß und hell scheint es zu sein. Und während man vielleicht noch immer den kleinen süßen Roboter WALL•E erwartet, wie er hier in Ludwigshafen beginnt die Welt aufzuräumen, wurde das hier bereits in großem Maße getan.

Herausgekommen ist ein Concept_Store (Ist das in deutsch ein Konzeptladen?), welcher mit der Bezeichnung Ladenlokal (Laden+Lokal) eigentlich ganz gut liegen würde. Denn während in diesen Räumen neben den Initiatoren der ARICO Wohn- und Gewerbebau GmbH und dem Küchenstudio Habermehl & Wallé | Küche + Architektur Ihren Arbeiten nachgehen, wurde diese ungewöhnliche Kombination um ein Architekturcafé (nach eigener Aussage), das Café Wallé ergänzt. Und jetzt sind wir hier, im ersten Architekturcafé unserer Stadt.

Gehen wir also ein wenig aufgeregt rein, schauen ein wenig nach rechts (wo wir einen Blick auf die in den Räumen befindlichen Küchen von Habermehl & Wallé werfen) und dann nach links. Hier scheinen wir richtig zu sein.

Der Tresen am Ende fällt uns relativ schnell auf, der vor einer großen Sichtbetonwand auf den ersten Blick ein wenig verloren wirkt. An einem Tisch setzen wir uns in einen bequemen Sessel und lassen das Ganze erst einmal auf uns wirken. Erstaunlich groß und hell ist es hier und wir erkennen, dass der Blick von außen doch so anders wirkt. Es sind die vielen kleinen Details, die dieses Café ein wenig anders machen. Gefühlt spürt man, dass sich hier Jemand einfach einen Traum erfüllt hat und die Begeisterung der Verbindung zwischen Einrichtung (Küche) und Genuss (Café/Restaurant) tiefgreifend lebt und die Gäste darin einbeziehen möchte.

Bei unseren Besuch (Lunch) gab es keinerlei Beschwerden. Angenehm überraschend war das Preis-/Leistungsverhältnis, welches für diese Art von Restaurant doch sehr positiv war. Das Personal war freundlich und zuvorkommen. Schön so. Positiv aufgefallen (also neben der Qualtität der Speisen) ist uns die Frische des bereitgestellten Brots). Geschmacklich hat es uns geschmeckt. Aber das sollte auch jeder Gast selbst entscheiden, da wir keine Restaurantkritiker sind und auch die Geschmäcker verschieden sind. Empfehlen können wir es aber auf jeden Fall.

Aber vielleicht testen Sie das einfach selbst.

Und während wir essen, stellen wir etwas Besonderes fest. Denn obwohl die hohen Räume (mit der Sichtbetonoptik), ein wenig den Charme einer Hochstraße Süd versprühen, verleiht die Dekoration, die helle Fensterfront und die einstrahlende Sonne doch eine wohlige Wärme. Schöne Gegensätze.

Und dann sind da diese Sessel, die das Aufstehen aufgrund ihrer Bequemlichkeit unheimlich erschweren.

Lassen wir also noch ein paar Blicke bei einem letzten Kaffee im Café Wallé umherschweifen. Denn wie wir irgendwie auch positiv zugeben müssen, wurde die Architektur hier „Ludwigshafen-Style“ wirklich getroffen.

Und welche Stadt kann schon von sich behaupten, dass sich im Erdgeschoss eines Rummelbums-Parkhauses gut Essen gehen und Kultur genießen lässt.

Vielleicht wäre auch die Hochstraße Süd (nach einem Wiederaufbau) der ideale Standort von gefühlt 20 Café Wallé.

Wir kommen wieder. Bald.

PS: Das Café Wallé kann auch eigene Veranstaltungen (Weihnachts- und Firmenfeiern, Hochzeiten) gemietet werden.


Informationen zum Café Wallé (Karte, Aktionen, Kulturprogramm):

Café Wallé – Architekturcafe auf Facebook

Café Wallé Architekturcafé auf Instagram

Café Wallé Architekturcafé im Internet

Denke positiv!


Info:
Für die Beschreibung des Café Wallé gab es keine Zuwendungen von Seiten des Betreibers. Es handelt sich nicht um Werbung.

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